Kolumbianisches Essen - Ein Guide durch die kolumbianische Küche

Gastautorin Janine Raddue  von reisearomen

Zugegebenermaßen ist Kolumbien nicht gerade für seine Küche so bekannt wie das Nachbarland Peru, aber das völlig zu Unrecht. Auch ich konnte mir vor meiner ersten Reise nach Kolumbien nicht viel unter der landestypischen Küche Kolumbiens vorstellen. Aber nach meinen Besuchen in dem fantastischen Land kann ich dir sagen: Kolumbianisches Essen ist mindestens genauso vielfältig wie das Land selbst.

An der Karibikküste dominiert frischer Fisch, begleitet von Reis, während in den Anden deftige Fleischgerichte auf den Tisch kommen. Typische Beilagen wie Kochbananen, Yucca und Bohnen gehören fest zur Küche Kolumbiens. Im ganzen Land findest du je nach Region unterschiedliche Suppen auf den Speisekarten – selbst im tropisch heißen Amazonas. Und was in keiner kolumbianischen Küche fehlen darf: Arepas und Patacones. 

Außerdem lieben Kolumbianer Käse und Süßigkeiten - nicht selten wird einfach beides kombiniert. Übrigens: Bei kolumbianischem Käse handelt es sich meist um eine Art milden Weichkäse, der nicht mit unseren Käsesorten vergleichbar ist. 

In diesem Artikel habe ich dir einen Guide durch die kolumbianische Küche erstellt, damit du perfekt auf die kulinarischen Highlights während deiner Kolumbien Reise vorbereitet bist. 



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Kolumbianisches Essen: Vorspeisen

Auf den Vorspeisenteller

kommt in Kolumbien gerne etwas frittiertes (okay, nicht nur Vorspeisen, sondern gefühlt ALLES wird in Kolumbien gerne frittiert).  Ob Teigtaschen aus Yucca, köstliche Empanadas oder auf unterschiedlichste Art zubereitete Kochbananen – kolumbianisches Essen hat viele leckere Snacks zu bieten. 

Empanadas – ein Klassiker in Südamerika

Die gefüllten Teigtaschen sind in ganz Südamerika verbreitet, haben in jedem Land aber eine ganz eigene Tradition. In Kolumbien werden Empanadas aus einem Maismehl-Teig zubereitet und gold-gelb ausgebraten, wodurch die Empanadas besonders crunchy sind. 

Mein Tipp: Probiere Empanadas am besten an den Straßenständen oder auf Märkten - dort werden die Teigtaschen nämlich frisch zubereitet. Die klassische Variante in der kolumbianischen Küche ist mit saftigem Hackfleisch oder zartem Käse gefüllt, aber je nach Region findet man auch Varianten mit Hähnchen, Bohnen oder süße Variationen. An der Pazifikküste gibt es noch eine ganz besondere Spezialität: Empanadas de Pescada. Das sind Empanadas mit Thunfisch in einer Cocos-Sauce - einfach richtig lecker. 

Aborrajados – zarte Kochbananen mit Käsefüllung

Die aus Kochbananen zubereiteten Aborrajados sind außen knusprig und innen saftig-cremig – ein Geschmackserlebnis, das auf der Zunge zergeht. Im Gegensatz zu vielen anderen Gerichten, bei denen grüne Kochbananen verwendet werden, kommt bei den Aborrajados die natürliche Süße reifer Kochbananen zum Vorschein. Innendrin ist der saftige Bananenteig mit mildem Käse gefüllt, der sich perfekt in das Geschmacksbild fügt, welches durch verschiedene Dips wie Tomatensalsa oder eine süßlich-scharfe Salsa de Aji abgerundet wird.


Carimañolas - frittierte Teigtaschen aus Yucca

Garnicht mal so unähnlich zu den Aborrajados sind die Carimañolas, welche insbesondere an der Karibikküste gerne als Vorspeise gegessen werden. Dieses frittierte, kolumbianische Essen besteht aus einer Maniok-Masse, die mit verschiedenen Füllungen verfeinert wird. Traditionell werden Carimañolas mit würzigem Rinderhackfleisch gefüllt, ich habe in Kolumbien aber auch hervorragende vegetarische Carimañolas gegessen. Mein persönlicher Favorit? Carimañolas mit einer zart schmelzenden Käsefüllung. Denn wenn es etwas gibt, das ich mit den Kolumbianern teile, dann ist es die Liebe zu Käse.  

Dedo de Queso - gefüllter Blätterteig

Kannst du erraten, was sich in diesem beliebten Streetfood verbirgt? Natürlich Käse! In diesem Fall wird der cremige, Mozzarella-ähnliche Queso blanco von einem knusprigen Blätterteig umhüllt und goldgelb frittiert. Der Dedo de Queso, der durch seine Form an einen dicken Finger erinnert, ist ein echter Allrounder in Kolumbien. Ob als schneller Snack unterwegs, zum Frühstück oder als Partysnack – der knusprige Käsestick ist im ganzen Land beliebt. 


Kolumbianisches Essen: Hauptgerichte

In Kolumbien ist das Mittagessen (Almuerzo) die Hauptmahlzeit des Tages und wird meistens draußen sehr günstig gegessen. Einen üppigen lokalen Mittagstisch aus drei Gängen bekommst du schon ab 10.000 COP (ca. 2,50€), bis zu 35.000 COP - da ist dann aber schon ein ordentlicher Fisch mit dabei. Als Vorspeise gibt es im kolumbianischen Mittagsmenü meist eine Suppe und nach dem Hauptgericht wird noch ein süßes Dessert gereicht.

Der Hauptgang eines typischen Almuerzos

besteht aus einer Portion Reis, der mit Fisch oder Fleisch sowie etwas Salat, Bohnen oder anderem Gemüse serviert wird.  Besonders an der Küste Kolumbiens solltest du ein Almuerzo mit Fisch bestellen – der fangfrische Fisch ist geschmacklich einfach unschlagbar. In den Bergregionen wie Medellín kannst du dich auf eine üppige Bandeja Paisa freuen – eine deftige Platte, die dir einen authentischen Einblick in Küche der Paisa-Region bietet, wie die Gegend in den Bergen um Medellín herum auch genannt wird.


Fangfrischer Fisch an der Küste Kolumbiens

So lecker wie in Kolumbien habe ich Zuhause nur selten Fisch gegessen – kein Wunder, denn an der Karibikküste ist Fischfang ein bedeutender Wirtschaftszweig und der Fisch kommt täglich frisch auf den Teller. Mal ganz ehrlich: Diesen Qualitätsunterschied wirst du nicht leugnen können. Beliebt ist Fisch nicht nur beim Mittagessen als typisches Almuerzo, sondern beispielsweise auch in Suppen, Eintöpfen oder Reispfannen ähnlich einer spanischen Paella. 


Fangfrischer Fisch am Strand und die richtige Ausrüstung im Koffer – beides macht eine Reise perfekt!


 

Eine der meist verwendeten Fischsorten in der kolumbianischen Küche ist der Pargo Rojo (Red Snapper/Roter Schnapper), der in verschiedensten Varianten serviert wird. In der kolumbianischen Küche wird dieser gerne als Ganzes gegrillt oder frittiert. Die Haut ist knusprig und das zarte Fischfleisch zergeht auf der Zunge. Das Fischfilet kann aber auch sehr gut gedünstet oder im Ofen zubereitet werden

Mein Lieblingsgericht - Pargo rojo con Salsa de Coco

Mein Lieblingsgericht aus der kolumbianischen Küche ist “Pargo rojo con Salsa de Coco”. Hierbei wird das Fischfilet vom Red Snapper in einer milden Kokossauce gekocht und mit Arroz de Coco (Kokosreis) serviert. Durch die sanfte Kokosnote in der Sauce erhält der Fisch einen leicht exotischen Geschmack und das leichte Karamell-Aroma des Arroz de Coco gibt dem Gericht einen ebenso charakteristischen wie interessanten Geschmack, den ich vorher noch gar nicht kannte. Außerdem war ein Gericht mit einer guten Sauce mal eine willkommene Abwechslung in der kolumbianischen Küche. Denn: Viele Speisen kommen ohne Sauce daher und für unseren Geschmack vermisst man dann schon etwas.

Mach es besonders

Übrigens: Ein Schnapper kann bis zu einem Meter groß werden und ein beträchtliches Gewicht von etwa 20kg auf die Waage bringen. In der kolumbianischen Küche werden aber meist die kleineren Exemplare serviert.

Kolumbiens Nationalgericht - Bandeja Paisa

Ein Besuch in Kolumbien wäre nicht komplett, ohne mindestens einmal die berühmte Bandeja Paisa probiert zu haben. Dieses mächtige Gericht ist nicht nur das Nationalgericht Kolumbiens, sondern auch der kulinarische Stempel der Andenregion rund um Medellín – und genau dort schmeckt es besonders authentisch! Eine Bandeja Paisa vereint alle Facetten Kolumbiens auf einem Teller, der prall mit Fleisch und vielen Beilagen gefüllt ist. Auch Vegetarier müssen nicht darauf verzichten, einfach ohne Fleisch bestellen, auch wenn dich jeder Kolumbianer dich ganz verwundert ansehen wird. Aber das Gericht ist ansich schon so reichhaltig, dass du davon auch ohne Fleisch satt werden wirst - eine Bandeja Paísa reicht sowieso meist für zwei Personen.

Das gehört in eine Bandeja Paisa 

Charakteristisch für das kolumbianische Nationalgericht ist die Vielzahl an unterschiedlichen Komponenten, die auf der großen Platte, der Bandeja serviert werden. Ein klassisches Rezept umfasst: Rote Bohnen, Reis, Pikant gewürztes Hackfleisch, Chorizo (spanische Wurst), Gebratener Schweinebauch, Frittierte Kochbanane, Avocado, Spiegelei, Arepas (Maisfladen) und Hogao, eine kolumbianische Tomatensalsa. Ja du hast richtig gelesen, das alles kommt auf einen Teller und wird in Kolumbien Bandeja Paisa genannt. 

Für viele mag diese Kombination anfangs ungewöhnlich und sehr mächtig klingen, doch das Gericht hat eine lange Tradition: In der Andenregion, der sogenannten Paísa-Region, sind die Menschen für ihre harte Arbeit bekannt. Nach einem langen, anstrengenden Tag liefert die Bandeja Paisa genau die Energie, die man braucht. Somit ist sie das ideale Feierabendgericht für die hart arbeitende Bevölkerung - Hausmannskost auf kolumbianische Art.

Mein Tipp: Besonders gut schmeckt die Bandeja Paisa nach einer anstrengenden Wanderung in den Anden, eben wenn der Körper wieder viel Energie braucht. Ansonsten frage im Restaurant lieber nach einer kleinen Portion oder teile dir das Gericht.


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Ajiaco - wärmende Hühnersuppe

Ebenfalls aus den Anden stammt die Suppe Ajiaco, die perfekt für die kühleren Winterabende in der Bergregion ist. Grundlage für das rund um Bogotá verbreitete Gericht sind die besonders mehlig kochenden Kartoffeln “Papas Criollas”, die während des Garprozesses zerfallen und so für die cremig-sämige Konsistenz der Suppe sorgen. In eine Ajiaco gehört ansonsten noch zartes Hühnerfleisch und weißer, großkörniger Mais (welcher mit unserem gelben Zuckermais geschmacklich überhaupt nichts gemeinsam hat) sowie typisches Suppengemüse wie Zwiebeln, Möhren und Paprika. Verfeinert wird die kolumbianische Suppe häufig noch mit frischem Koriander und Kapern. 


Arepas – ein Sinnbild der kolumbianischen Küche

Arepas

gebratene bzw. frittierte Fladen aus Mais – sind in der kolumbianischen Küche allgegenwärtig. Arepas sind ein beliebter Snack für zwischendurch, es gibt sie an jeder Straßenecke, in Restaurants oder an Busstationen zu kaufen. Ebenfalls beliebt sind Arepas zum Frühstück, wobei sie gerne mit Spiegelei und Käse kombiniert werden.

In Kolumbien findest du hauptsächlich zwei Varianten der köstlichen Fladen: Arepas Blanco und Arepas de Maíz. Beide stehen sinnbildlich für kolumbianisches Essen, unterscheiden sich aber deutlich in der Zubereitung und im Geschmack.  

Arepas blanco

Arepas Blanco werden aus vorgekochten weißen Maiskörnern, dem in Südamerika weit verbreiteten Choclo-Mais, hergestellt. Die gepressten Maiskörner werden zusammen mit Butter und Wasser zu einem festen Teig verarbeitet, der dann in der Pfanne oder auf dem Grill angebraten wird. Der Arepas Blanco wird frisch gebraten und mit Butter und Käse gefüllt serviert. In Restaurants gibt es Arepas auch mit vielfältigen Füllungen als komplette Mahlzeit.

Mein Tipp: Wenn du einen besonders guten Arepa probieren möchtest, besuche unbedingt das Restaurant Arepa Fusión in Salento. Hier kannst du deinen eigenen Arepa nach Wunsch kreieren und deiner Kreativität bei der Füllung freien Lauf lassen! 

Arepas de Maíz

Diese Variante besteht aus einem einfachen Teig aus gelbem Maismehl und Wasser, der je nach Rezept mit Queso Costeño - einem in der kolumbianischen Küche häufig verwendetem Käse, welcher an eine Kombi aus Halloumi und Feta erinnert - verfeinert wird. Arepas de Maíz werden meist frittiert, wodurch sie knuspriger sind als die eher saftigen Arepas Blanco. Die gold-gelben Fladen werden klassischerweise mit Käse, Ei und optional Hackfleisch gefüllt.

 

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Noch ein persönlicher Tipp:

Diesen Arepa solltest du unbedingt als Streetfood in Cartagena probieren. In der Altstadt am Plaza Fernández Madrid steht den ganzen Tag über eine Garküche, an der die Leute für die köstlichen Arepas con huevo y Queso Schlange stehen.

Arepitas – Kleine Arepas

Die Mini-Version der Arepas de Maíz wird als Alternative zu Patacones als Beilage zusammen mit verschiedenen Saucen serviert. Ebenso wie Patacones werden die kleinen krossen Maisfladen facettenreich in der Landesküche verwendet und passen perfekt zu fast jedem kolumbianischen Essen.


Kolumbianisches Essen: Beilagen

Zu einem typischen kolumbianischen Gericht dürfen die passenden Beilagen natürlich nicht fehlen. Besonders beliebt ist Reis sowie auf verschiedene Arten zubereitete Kochbananen, die das Hauptgericht perfekt ergänzen. Dazu werden oft hausgemachte Saucen und Dips gereicht, wie die würzige Hogao, eine Tomaten-Zwiebel-Salsa, oder eine scharfe Ají-Sauce. 

Übrigens: Pasta wird eher selten gegessen, ist in Kolumbien auch kein eigenständiges Gericht, sondern wird als Beilage serviert - kurioserweise auch noch in Kombination mit Reis. 

Arroz de Coco - karamellisierter Kokos-Reis

Arroz de Coco – Kokos-Reis – ist ein Klassiker in der kolumbianischen Küche, der als Beilage zu verschiedensten Gerichten vor allem an der Küste gereicht wird. Durch das Karamellisieren von Panela, einer festen Masse aus Zuckerrohr, erhält der in Kokosmilch gegarte Reis ein exotisch-süßliches Aroma. 

Schon wenn ich nur Arroz de Coco lese, schwelge ich in Erinnerungen an meine Zeit an der Karabikküste in Kolumbien, wo ich den Reis beinahe täglich und am liebsten zu fangfrischem Fisch gegessen habe. Die Kombination aus der leicht karamellisierten Kokosnote im Reis ist eine komplett neue Geschmackserfahrung, die dich sicherlich begeistern wird.

Patacones – frittierte Kochbananen

Patacones sind wohl DIE Beilage schlechthin in der kolumbianischen Küche. Du findest die knusprigen Patacones in jedem kolumbianischen Restaurant auf der Speisekarte. Die Fladen aus Kochbananen sind eine hervorragende Beilage zu Fischgerichten, dürfen beim Nationalgericht Bandeja Paisa nicht fehlen und bieten eine perfekte Ergänzung zum leicht süßlichen Arroz de Coco. 

Am besten haben mir die Patacones aber als Streetfood in Cartagena geschmeckt. Frisch zubereitet werden die Fladen oftmals mit Queso Costeño gereicht, dessen salzig-fester Geschmack perfekt zum Kartoffel-ähnlichen Aroma der Kochbananen passt.

Hogao - würzige Tomatensalsa

Die Hogao ist eine aromotische Tomatensalsa, die in der Küche Kolumbiens als Sauce vielseitig verwendet wird. Wenn du nach Kolumbien reist, wirst du an dieser leckeren Sauce garantiert nicht vorbeikommen, denn sie wird zu einer Vielzahl an kolumbianischen Gerichten gereicht. 

Als Dip schmeckt Hogao köstlich zu Arepas oder Patacones. Sie dient gerne auch mal als Gemüsebeilage zu den sonst eher trockenen Reisgerichten oder wird in einem Blattsalat untergemengt.

Mein Tipp: Wenn du länger in Kolumbien unterwegs bist und ab und zu im Hostel selber kochst, eignet sich eine Hogao perfekt zum nachkochen, denn die Sauce ist ebenso simpel wie lecker. Sie schmeckt beispielsweise auch zu Nudeln, falls du mal etwas Abwechslung zum sonst so oft servierten Reis haben möchtest. 


Was solltest fürs Packen wissen:

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Kolumbianisches Essen – Nachspeisen und Süßes


Süßigkeiten und Nachspeisen

sind im ganzen Land sehr beliebt. So ist ein leckeres Stück Kuchen der krönende Abschluss eines typischen Mittagsmenü in Kolumbien. Zusätzlich sorgt die bunte Vielfalt an leckerem, süßem Obst für eine gesunde Abwechslung beim Snacken zwischendurch. 

Enyucado – saftiger Kokoskuchen

Ein Stück Enyucado geht einfach immer! Der leckere Kuchen aus Kokos und Yucca bekommt durch Gewürze wie Sternanis einen intensiv-süßen Geschmack und katapultiert mich gedanklich immer an die Karibikküste, wo dieser Nachtisch häufig in Bäckereien und Cafés auf der Speisekarte steht. Dazu noch etwas Sahne oder Eis – Yummi!

Fun Fact: Kolumbianer lieben Käse, und so ist neben Yucca und Kokos ebenfalls Queso Costeño eine der Hauptzutaten im Enyucado. Der leicht salzige Käse ist der perfekte Gegensatz zur süßen Kokosmasse und sorgt für eine relativ feste Konsistenz. Aber nicht nur im Kuchenrezept findest du Käse, beliebt ist dieser in der Andenregion rund um Bogotá auch zu Kakao und wird in der heißen Schokolade gerne geschmolzen. Ehrlich gesagt fand ich diese Mischung aber eher gewöhnungsbedürftig und genieße meinen Kakao lieber ohne Käse. 

Obleas – knusprige Karamellwaffeln

Während an der Karibik- und Atlantikküste der Enyucado eine beliebte Süßspeise ist, sind dies in Bogotá die Obleas. Die mit Karamellcreme gefüllten, knusprigen Waffeln bekommst du in der Andenregion und der Hauptstadt Kolumbiens oftmals als Street Food. Mich erinnern die dünnen Waffeln stark an niederländischen Stroopwafels.

Cocadas - Süßigkeiten aus Kokos

Wenn du in Cartagena und der Küste unterwegs bist, habe ich noch einen ganz besonderen Tipp für dich. Am Plaza de los Coches verkaufen Einheimische eine ganz besondere lokale Spezialität: Cocadas. Dabei handelt es sich um kleine süße Snacks, hauptsächlich aus Kokos und Panela (Zuckerrohr), welche es in diversen Geschmacksrichtungen gibt. Besonders lecker finde ich die Cocadas mit Passionsfrucht oder der sanften Note aus Karamell und Milch.

Tropisches Obst - Vielfältig und lecker

Überall in Kolumbien findest du auf den Straßen Stände, die frisches, teilweise schon geschnittenes Obst verkaufen. Neben saftigen Wassermelonen und süßen Mangos wirst du aber auch ganz neues Obst an den Ständen entdecken. Mangos werden übrigens auch gerne als Streetfood mit etwas Salz, Pfeffer und Zitrone gegessen - diese auf den ersten Blick ungewöhnliche Kombi solltest du unbedingt mal probieren. 

Granadilla

Zu meinen Favoriten gehört schon seit meiner ersten Reise nach Südamerika die Granadilla. Die von außen orange-leuchtende Frucht gehört zu den Passionsfrüchten, von denen es in Kolumbien mehrere Sorten gibt. Das kernige Innenleben erinnert von der Konsistenz tatsächlich sehr an eine Passionsfrucht, jedoch ist das köstliche Fruchtfleisch saftig-süß und einfach nur lecker. 

Ebenfalls köstlich ist die gelbe Pitalla, die geschmacklich eher an eine Melone erinnert. Die bräunliche Níspero sieht zunächst mal nicht so appetitlich aus, sie überrascht einen aber doch mit einem sämig-süßen Geschmack. Das cremige Fruchtfleisch ist dabei erstmal sehr untypisch für Obst, ich fand’s aber richtig lecker! Was du ebenfalls unbedingt probieren solltest: Contaduro mit Honig - Yummi!

Und das Beste:

Mit all diesen tropischen Früchten werden Säfte gezaubert, was sehr typisch für Kolumbien ist. Besonders empfehlen kann ich einen frisch gepressten Lulo-Saft. Dieser schmeckt leicht säuerlich-frisch und ist besonders in der tropischen Region rund um Cartagena sehr beliebt. Sei einfach offen für neues und probiere dich an den Obstständen durch! 


Kochkurse in Kolumbien

Kochkurs bei Esperanza

Wenn du noch tiefer in die kolumbianische Küche eintauchen möchtest, habe ich zum Schluss noch einen besonderen Tipp für deine Kolumbien Reise: Mache unbedingt einen Kochkurs in Kolumbien und lerne, typisch kolumbianische Gerichte wie Ajiaco und Arepas, selber zuzubereiten. 

Besonders ans Herz lege ich dir den Kochkurs bei Esperanza in Bogotá. Hier tauchst du nicht nur in die abwechslungsreiche kolumbianische Küche ein, sondern lernst auch das Leben einer einheimischen Familie kennen, die dich für den Kochabend sehr herzlich in Empfang nimmt.

 

 Kochstudio Lunático

Ebenfalls ein tolles Kocherlebnis bietet das Kochstudio Lunático im Herzen von Cartagena. In der Kochschule kannst du verschiedene Kurse mit unterschiedlichen Speisen der kolumbianischen Küche wählen. Mein Highlight war nicht nur das leckere Fischgericht, welches wir im Kurs zusammen zubereitet haben, sondern auch der Besuch des riesigen Mercado Bazurto in Cartagena, durch den mich Küchenchefin Maria geführt hat. 


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Mein Fazit: Essen in Kolumbien 

Mich hat die kolumbianische Küche ebenso überrascht wie begeistert. Seit meiner Kolumbien Reise landen bei mir regelmäßig Arepas in sämtlichen Kombinationen auf dem Tisch. Und der süßlich-exotische Arroz de Coco mit zartem, frischen Frisch hat es mir ebenfalls angetan. Was ich jedoch am meisten vermisse, sind die ganzen tropischen Obstsorten, die hier zu Lande kaum zu bekommen sind und aus denen sich soooo leckere Säfte zaubern lassen. Wenn du nach Kolumbien reist, probiere dich unbedingt durch die unzähligen Streetfood Stände und köstlichen Restaurants und lerne neue Aromen kennen!


Gastautorin Janine Raddue 

Mit meinem dreimonatigen Backpacking-Trip durch Südamerika vor zwei Jahren begann meine Liebe und Faszination für diesen abwechslungsreichen und lebensfrohen Kontinent. Bereits zwei Mal habe ich Kolumbien bereist, und das Land hat mich mit seiner Leidenschaft und der vielfältigen Landschaft in seinen Bann gezogen. Mit meinen Berichten über meine Reisen möchte ich auch dich überzeugen, dieses fantastische Land und seine herzlichen Menschen kennenzulernen. 

Übrigens landen bei mir nicht nur Souvenirs, sondern auch einige Rezepte in meinem Reiserucksack.  

Folge meiner kulinarischen Reise auf Instagram unter Reisearomen.


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